Spieltagsrückblick - Finale Bayernliga Playoffs 2009/2010
Auswahl:
VER Selb "Wölfe"
2:4 (0:0, 1:1, 1:3)
TEV Miesbach
2/0/0/1
(Heim: 2/0/0/0)
Die letzten 5 Spiele
(S3-S2-N1-N)
1/1/0/1
(Auswärts: 1/0/0/0)
- Es geht aufwärts
Tendenz der letzten
5 Spiele
- Es geht aufwärts
1 Spiel in Serie gewonnen
Aktuelle Serie
2 Spiele in Serie gewonnen
20.03.2010 - 11:18
Starkes erstes Endspiel auf hohem Niveau, aber Selber Niederlage Selb muss Sonntag Miesbacher Matchball abwehren
Eine sehenswerte erste Endspielpartie zwischen dem VER Selb und dem TEV Miesbach durften knapp 3.000 Zuschauer erleben. Am Ende jubelten aber die Gäste. Die „Wölfe" ließen zu viele Chancen aus und verloren mit 2:4. Miesbach hat so den Vorteil, am Sonntag (18 Uhr) im eigenen Stadion den Sack zuzumachen. Selb muss dagegenhalten und die Serie ausgleichen, um noch ein letztes Endspiel zu bekommen und weiter vom Titel zu träumen.
Mit knapp 3.000 Zuschauern hatten die Selber „Wölfe" zum ersten Finalspiel gegen den TEV Miesbach wieder eine prächtige Kulisse, die von Anfang an Vollgas gab und ihre Mannschaft lautstark nach vorne peitschte. Die Anfeuerung zeigte Wirkung. Denn von Spielbeginn an machten auch die VER-Cracks mächtig Druck nach vorne. Nach nur kurzer Zeit hatten die Hausherren zugleich ein Überzahlspiel und hätte hier beinah in Front gehen können. Horvaths Schuss von der Blauen Linie verfehlte das Ziel nur hauchdünn. Sekera und Thielsch hatten das Nachsehen am Keeper. Erst nach acht gespielten Minuten wurde es plötzlich gefährlich vor dem Selber Kasten. Müller spielte die Scheibe mit einem weiten Pass zu Baumer, der allein vor Torhüter Kümpel den Puck über das Tor feuerte. Im darauffolgenden Unterzahl ließen die Selber wenig anbrennen, brachten die schwarze Scheibe immer wieder aus der Gefahrenzone oder hatten wiederum einen sicheren Rückhalt zwischen den Pfosten. Kaum die zahlenmäßige Unterlegenheit schadlos überstanden, schaltete man wieder den Turbo nach vorne an, konnte mit guten Spielzügen die Defensive der Oberbayern immer wieder knacken. Einzig im Abschluss hatte der VER wiederum das Nach sehen, so wie Lamich, dessen Rückhandversuch Torhüter Hochhäuser lparierte. Nach 16.34 heiß es aber Zwangspause. Eine beschädigte Bande musste in einer längeren Unterbrechung instand gesetzt werden. Die Drittelpause wurde zwangsläufig vorgezogen, und viel um einiges länger als üblich aus.
In den letzten dann ausgespielten Minuten gab es nichts mehr wesentliches, so dass es umgehend in das zweite Drittel ging. Den besseren Start erwischte da Miesbach. In Überzahl feuerte Hart aus freier Schussposition ab und traf zur Führung. Selb beeindruckte das nicht sonderlich. Mit Kombinationsspiel arbeiteten sich die Holden-Jungs wieder nach vorne. Unzählige gute Möglichkeiten ließen Hendrikson, Lamich und Co. aus - selbst in Unterzahl. Beide Mannschaften boten eine sportlich Partie mit hohem Tempo, doch dann schlug Selb endlich zum Ausgleich zu. Jeschke mit dem Zuspiel auf Hendrikson, der schließlich eiskalt den Puck in die Maschen setzte. Lamich hätte kurz darauf nachlegen können. Im Abschluss allein vor dem Tor vergab er die faustdicke Chance.
Ein hochdramatisches Schlussdrittel folgte. Es dauerte nur 84 Sekunden und das Stadion glich einem Tollhaus. In Überzahl kam der Puck zu Sekera, der rechts vorm Tor zur Führung traf. Diese hielt aber nicht lange Bestand. Selb kassierte zwei Strafen in Folge. Miesbach machte in diesem Überzahl prompt das 2:2 und zog nur wenig später gar durch einen Treffer von Detterer in Front. Selb bemühte sich und hatte wie schon zuvor Möglichkeiten der Marke 100% vergeben. Miesbach verteidigte, lauerte auf Konter. Die Minuten schwanden für die „Wölfe". Alles rennen half nichts, zu kläglich ging man mit seinen Möglichkeiten um, hatte mit dem Gästekeeper aber auch einen starken Gegenspieler, der Alleingänge zunichte machte. Kurz vor Schluss versuchte der VER noch einmal alles, nahm nach einer Auszeit für einen weiteren Feldspieler den Torwart vom Eis. Letztendlich gelang Mayr mit einem empty-net-Treffer der 2:4-Schlusspunkt.
Traurige Gesichter natürlich beim Anhang, die trotz eines sehr guten Spiels die Niederlage hinnehmen musste. Jetzt gilt es, am Sonntag den Matchball des TEV Miesbach abzuwehren und ein drittes, alles entscheidendes Endspiel nächsten Freitag zu erzwingen. „Es haben nur Kleinigkeiten ausgemacht, warum wir verloren haben. Und das waren eben die vergebenen Chancen. Da musst du einfach die Tore draus machen", urteilt Trainer Holden als Spielfazit. „Wir als Mannschaft aber wissen, dass wir dennoch ein gutes Spiel abgeliefert haben und wir in Miesbach gewinnen können", setzt er fort und ist sich sicher, nächsten Freitag noch einmal antreten zu dürfen. „Das war ein Spiel auf hohem Oberliga-Niveau", meint Vorstand Jürgen Golly, der ein klein wenig liebäugelt, auf was sich die Mannschaft bei einem eventuellen Aufstieg einstellen müsste. Konkretes zu diesem Thema hierzu gibt es aber selbstverständlich noch nicht. „Es wäre aber schade, wenn es heute tatsächlich das letzte Heimspiel d ieser Saison gewesen wäre", äußert er sich weiter. Schließlich haben die Selber in diesem Winter ein mehr als tolles Team erleben dürfen und da wäre es schade, so sich zu verabschieden! Wir sehen uns aber nächsten Freitag in Selb wieder", prophezeit der Vorstand.
Vize-Meisterschaft VER-Fans feiern ihr Team: „Wir sind stolz auf unser Team!“
„Wir sind stolz auf unser Team!" - Es hat eben nicht sollen sein. Die Selber „Wölfe" unterlagen im Bayernliga-Finale dem TEV Miesbach. Doch die Fans des VER Selb waren dennoch guter Laune. Sie feierten die Vizemeisterschaft und vor allem ihre Mannschaft für eine absolut grandiose Saison 2009/2010.
Selber „Wölfe" werden Vizemeister der Bayerliga-Saison 2009/2010
VER-Fans feiern ihr Team: „Wir sind stolz auf unser Team!"
Strafminuten: Miesbach 22, Selb 20 + 10 für Lamich
Tore:
05:00 - 0:1 Holden (5-4)
06:30 - 1:1 Mayr (6-5)
08:44 - 2:1 Detterer
14:14 - 2:2 Jeschke (Holden; 5-3)
15:27 - 2:3 Jeschke (Sekera; 5-3)
23:30 - 3:3 Mayr (Detterer; 5-3)
31:39 - 4:3 Oppenberger (Martin; 4-4)
35:36 - 5:3 Veicht (Kritzenberger, Müller)
39:16 - 6:3 Hart (Oppenberger)
52:50 - 7:3 Leitner (Mayr)
Neben Dirksen gesellten sich nun auch Setzer und Schiener auf die Verletztenliste. Keine allzu guten Vorzeichen für die Selber „Wölfe" zum zweiten Finalspiel zwischen dem VER und dem TEV Miesbach nach der 2:4-Auftaktniederlage in der „best-of-three"-Serie. Wie schon im Freitagsspiel starteten auch diesmal beide Teams couragiert und mit hohem Tempo. Beide Mannschaften gingen voll zur Sache und man merkte an, dass beide unbedingt dieses Match für sich entscheiden wollen. Die erste größere Chance gehörte allerdings den Hausherren, die vor einer - für hiesige Verhältnisse -Rekordkulisse durch Baumer nach gefährlich vor dem Selber Gehäuse auftauchten, er jedoch knapp verfehlte. Die „Wölfe" selbst, angepeitscht von etwa 500-600 Schlachtenbummlern, konterten aber zugleich und drängten auf die Führung. Diese klappte nach fünf gespielten Minuten. In Überzahl feuerten die Franken non-stop aus allen Ecken ab, ehe Holden schließlich das 1:0 erzielen konnte. Der Jubel währte nicht lange. Nur eineinhalb Minuten später klingelte es auch im Kasten der „Wölfe", als man zunächst den Gegner im eigenen Drittel schalten ließ und Mayr bei angezeigter Strafe gegen Selb von der linken Seite aus zum Ausgleich traf. Die Partie selbst war eines Finales würdig. Temporeich und mit gesunder Härte von beiden Seiten aus war dieses geprägt. Doch dann passierte Porzig in der neutralen Zone ein schwerwiegender Abspielfehler. Detterer gelangte an die Scheibe und verwandelte allein vor Kümpel eiskalt. Selb war nur kurz geschockt, dann aber umgehend unbeeindruckt. Fortan kombinierten die „Wölfe" eifrig nach vorne, erarbeiteten sich gute Möglichkeiten, wenngleich Miesbach durch Oppenberger einen gefährlichen Konter laufen konnte. Doch nicht nur das. Selb handelte sich zwei Strafen ein, musste mit drei gegen fünf agieren. Doch die Abwehrarbeit verhinderte schlimmeres, zudem Kümpel sich gegen den in aussichtsreicher Position stehenden Veicht auszeichnen konnte. Das Blatt wendete sich. Kaum die Unterzahl schadlos überstanden, hatten nun auch die VER-Cracks 5/3-Powerplay. Da ließ man sich nicht zweimal bitten. Jeschke knallhart zum ersten. Und nach einer kurzen harten Einlage, bei der Lamich eine 2 + 10 kassierte Jeschke nach Bullygewinn zum zweiten. Selb spielte den Gegner nervös, konnte bis zur Drittelpause aber trotz Chancen nicht nachlegen.
Miesbach tat die Unterbrechung gut, wirkte im zweiten Abschnitt wieder konzentrierter. Als bei den „Wölfen" Thielsch und Waßmiller gleich beide Strafen kassierten, machten die Oberbayern kurzen Prozess und erzielten durch Mayr's Schuss von der Blauen den Ausgleich. In der Folge blieben die Einheimischen am Drücerk, zwangen Selb in die Defensive, wo mächtig viel zu tun war. Selbst konnten die Franken nur selten nach vorne stoßen, blieben im Abschluss zudem zu harmlos. So kam es wie es kommen musste. Der TEV stürmte in die Abwehrzone des VER und zog durch Oppenberger in Front. Für die „Wölfe" kam es noch schlimmer. Erneut ein Abspielfehler machte sich Veicht zu nutze und erhöhte auf 5:3. Der mögliche Genickbruch, dem Hart kurz vor Drittelende noch eins drauf setzte und das halbe Dutzend voll machte.
Jetzt konnte nur noch ein Wunder helfen. Selb mühte sich, noch einmal dagegen zu halten. Alles anrennen half nichts. Die Minuten schwanden, der Puck wollte aber gegen die nur noch defensiv und auf Konter lauernde Miesbacher Mannschaft nicht mehr ins Tor. Allmählich wurden jedem klar, da ist nichts mehr zu holen. Als in der 53. Minute Leitner das 7:3 erzielen konnte, war es schließlich gänzlich passé. Sei's drum. Besonders viel Gefühl zeigten die „Wölfe"-Fans. Von wegen traurige Gesichter .Sie ließen ihr Team nicht hängen. Im Gegenteil. Ohne Ende feierten sie ihre Mannschaft für eine tolle, grandiose Saison. Während das heimische Publikum trotz des Titels vergleichsweise ruhig wirkte, so wurden die VER-Helden gewürdigt und mit viel Applaus in die Sommerpause verabschiedet. „Wir sind stolz auf unser Team", hieß es in großen Lettern auf einen Spruchband.
„Das tut verdammt gut. Ganz ehrlich, das sind einfach die besten Fans, die man sich wünschen kann", lobt Spielertrainer Cory Holden den Anhang, der das Team, das klar in der Kabine einige Tränen vergoss, so vorbildlich angefeuert und auch gefeiert hat. „Dafür gilt es ein großes Danke auszurichten!".
Letztendlich kein Titel, aber dennoch war es die erfolgreichste Saison in der Vereinsgeschichte. Mannschaft wie Verantwortliche und Fans sind stolz auf das Geleistete. Klar gibt es das auch noch zu feiern. Nach einer internen Feier will man sich natürlich auch noch einmal von den Fans würdevoll in die Sommerpause verabschieden. In Kürze wird über Ort und Zeit einer Saisonabschlussfeier, bei der auch original Spielertrikots versteigert werden, informiert
TEV Miesbach bayerischer Eishockeymeister 2009/2010
Es ist vollbracht. Der TEV Miesbach hat am Sonntag-Abend vor exakt 1.643 Zuschauern im Miesbacher Hexenkessel den Sack zugemacht und den nicht für möglich geglaubten Bayerischen Meistertitel an die Schierach geholt ! Strahlende Gesichter weit und breit waren in der Eishalle zu finden nachdem der TEV in beeindruckender Manier einen zweimaligen Rückstand gedreht hat und deutlich, aber auch in dieser Höhe verdient, mit 7:3 gegen den Vizemeister VER Selb gewann. Die Tore für den Meister schossen Mayr (2), Detterer, Oppenberger, Veicht, Hart und Leitner.
Das erste Drittel begann nicht nach dem Geschmack der zahlreichen Fans. Nach exakt 5 Minuten konnte Cory Holden für die Gäste einnetzen. Gut das der TEV da gleich nachlegen konnte. Nur eineinhalb Minuten später glich "Butzi" Mayr aus. Und als Waldemar Detterer zum 2:1 für die Wieland-Schützlinge traf, war das Stadion das erste Mal aus dem Häuschen. Doch die Stimmung wurde prompt wieder ganz leise. Denn Yann Jenschke konnte jeweils bei doppelter Überzahl zweimal treffen und brachte so den Gast aus Selb wieder in Führung.
Es müssen wohl genau die richtigen Worte gefallen sein in der Miesbacher Kabine, denn was der TEV Miesbach im zweiten Drittel aufs glatte Parkett zauberten war des Meisters würdig. Nicht weniger als 4 Treffer im Mittelabschnitt brachte das Kreissparkassenteam auf die Siegerstraße. "Boom Boom Butzi" Mayr per Gewaltschuss in den Winkel, Nikolas Oppenberger per klasse Alleingang, Andreas Veicht nach klasse Pass von Mathias Hart und der Ex-Nationalspieler Hart selbst konnten im Selber Kasten einnetzen. Der Gast aus Selb war eigentlich nur per Fernschüsse etwas gefährlich, die aber allesamt von Florian Hochhäuser souverän gemeistert werden konnten.
Der letzte Abschnitt war dann beim Stand von 6:3 eigentlich nur noch Ergebniskosmetik und Formsache. Die Wölfe kamen zwar nochmal ein wenig gefährlicher vors TEV-Tor, doch entweder schossen sie daneben, oder "Hexer" Hochhäuser war zur Stelle. Ein Tor war den Schlierachtalern noch gegönnt. Kapitän "Mungo" Leitner war der letzte Saisontreffer vorenthalten. Sein Schuss fand den Weg durch die Hosenträger von Gästekeeper Manuel Kümpel.
Der Rest war nur noch grenzenlose Freude bei Spielern, Trainer, Betreuern, Verantwortliche und Fans des TEV Miesbach, die zusammen mit der Mannschaft noch viele Minuten auf dem Eis feierten. Natürlich durfte auch die obligatorische Dusche für Coach Markus Wieland nicht fehlen.